KSA Jahresbericht 2025
Finanzbericht
"Die finanzielle Stabilität ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine strategische Voraussetzung. Dank der im Vorjahr eingeleiteten Neuausrichtung haben wir unsere Rentabilität auch im Geschäftsjahr 2025 weiter gesteigert."
Exzellente Medizin braucht solides wirtschaftliches Fundament
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33236Stationäre Austritte
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863 Mio.Umsatz KSA
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24 Mio.operativer Gewinn
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8.2 %EBITDA-Marge.
Exzellente Medizin. Jederzeit. Für alle. Dies ist der Grundsatz unseres täglichen Handelns und unser Versprechen gegenüber der Bevölkerung im Kanton Aargau und weit über dessen Grenzen hinaus. Im Jahr 2025 haben mehr Menschen als je zuvor auf dieses Versprechen vertraut. Die Behandlungszahlen auf Rekordniveau sind ein eindrücklicher Beleg für die Systemrelevanz des KSA und das tiefe Vertrauen, das uns entgegengebracht wird. Dieses Vertrauen verpflichtet uns – und es spornt uns an.
Eine Medizin auf höchstem Niveau lässt sich nur auf einem soliden wirtschaftlichen Fundament nachhaltig erbringen. Die finanzielle Stabilität des Unternehmens ist deshalb keine Selbstverständlichkeit, sondern eine strategische Voraussetzung. Dank der im Vorjahr eingeleiteten Neuausrichtung haben wir unsere Rentabilität auch im Geschäftsjahr 2025 weiter gesteigert.
Unser Anspruch nach exzellenter Medizin bei gleichzeitigen finanziellen Zielvorgaben ist herausfordernd. Der wichtigste Grundpfeiler für den eingeschlagenen Erfolgskurs zu dieser Zielerreichung sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ihre Fachkompetenz und ihr ausserordentliches Engagement sind es, die das KSA ausmachen.
Ertragslage
Mehrere Rekordwerte wurden erreicht. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte das KSA einen Umsatz von CHF 863,5 Mio. (Vorjahr: CHF 808,8 Mio.), was einer Steigerung von 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die stationären Fallzahlen erreichten mit insgesamt 33 236 (Vorjahr: 32 632) den höchsten Wert in der Unternehmensgeschichte des KSA und verzeichneten damit ein Wachstum von 1,9 Prozent. Der Anteil der zusatzversicherten Patientinnen und Patienten stieg um 1,9 Prozent. Die ambulanten Fallzahlen erhöhten sich auf 365 204, was einem Anstieg von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht (Vorjahr: 356 534). Der Personalaufwand nahm um 1,4 Prozent auf CHF 484,1 Mio. (Vorjahr: CHF 477,4 Mio.) zu. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf die Schaffung von Stellen zurückzuführen. Das zusätzliche Personal war aufgrund des höheren Patientenaufkommens notwendig. Durch die weiter optimierte Kapazitätssteuerung konnte die Personalaufwandsquote dennoch erneut gesenkt werden und beträgt nun 56,1 Prozent gegenüber 59,0 Prozent im Vorjahr. Die Aufwendungen für den medizinischen Bedarf stiegen aufgrund der erhöhten Anzahl an Behandlungen um 8,5 Prozent auf CHF 189,8 Mio. (Vorjahr: CHF 174,9 Mio.). Die Quote im Verhältnis zum Betriebsertrag bleibt stabil mit 22,0 Prozent gegenüber 21,6 Prozent im Vorjahr. Die konsequente Umsetzung von Effizienzsteigerungsmassnahmen hat sich nachhaltig ausgezahlt.
Das operative Ergebnis (EBITDA) belief sich im Berichtsjahr 2025 auf CHF 71,0 Mio., was gegenüber Vorjahr einer Steigerung von CHF 22,4 Mio. entspricht. Die EBITDA-Marge betrug 8,2 Prozent (Vorjahr: 6,0 Prozent). Die Abschreibungsquote einschliesslich der Rückstellungen für Rückbau lag bei 6,1 Prozent (Vorjahr: 6,7 Prozent). Das Finanzergebnis belief sich auf CHF −3,1 Mio. (Vorjahr: CHF 20,8 Mio.). Das laufende Jahr enthält den Erfolg aus Aktienverkäufen der HINT AG, welche durch Bewertungseffekte bei den übrigen Finanzanlagen ausgeglichen wurde. Das Vorjahr enthielt einen Einmaleffekt aus der Veräusserung der Spital Zofingen AG in Höhe von CHF 21,5 Mio. Das Jahresergebnisbetrug CHF 24,0 Mio. (Vorjahr: CHF 29,6 Mio. bzw. CHF 8,1 Mio. bereinigt um den genannten Sondereffekt).
Vermögens- und Finanzlage
Die Finanzierung zur Fertigstellung des Neubauprojekts «Dreiklang» ist sichergestellt. Im Frühling 2025 lancierte das KSA erfolgreich einen weiteren Green Bond in Höhe von CHF 150,0 Mio. Zusätzlich wurde mit der Zürcher Kantonalbank und der Basellandschaftlichen Kantonalbank ein Konsortialkredit (Club Deal) über CHF 60,0 Mio. vereinbart. Das erneute Vertrauen der Anleger bestätigt, dass das Kantonsspital Aarau auf einem überzeugenden Weg ist – wirtschaftlich im Aufwärtstrend, medizinisch ambitioniert und ökologisch engagiert. Die aufgenommenen Mittel werden ausschliesslich in das laufende Neubauprojekt «Dreiklang» investiert.
Die Bilanz- und Finanzierungsstruktur des KSA präsentiert sich solide und weist ein langfristig ausgerichtetes sowie ausgewogenes Fälligkeitsprofil auf. Wie bereits im Vorjahr werden die langfristigen Vermögenswerte fristenkongruent durch Eigenkapital sowie langfristiges Fremdkapital finanziert. Die Bilanzsumme erhöhte sich gegenüber dem Vergleich um CHF 233,7 Mio. bzw. 27,0 Prozent auf CHF 1100,1 Mio. (Vorjahr: CHF 866,3 Mio.). Die Investitionstätigkeit in Höhe von CHF 119,3 Mio. führte zu einem Anstieg der langfristigen Vermögenswerte auf CHF 759,9 Mio.
Das Umlaufvermögen erhöhte sich um CHF 122,1 Mio. auf CHF 340,1 Mio. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf die Zunahme der kurzfristigen Forderungen von CHF 166,1 Mio. auf CHF 168,1 Mio. zurückzuführen, welche durch die Anleiheemission gewonnene zusätzliche Liquidität beinhalten. Diese Mittel sind bis zu deren Verwendung für die Investitionsvorhaben auf dem Kontokorrentkonto des Kantons angelegt.
Das Eigenkapital betrug CHF 291,1 Mio. und lag damit um CHF 24,0 Mio. über dem Vorjahreswert. Die Eigenkapitalquote belief sich zum 31. Dezember 2025 auf 26,5 Prozent (Vorjahr: 30,8 Prozent). Der Rückgang der Quote ist auf den erhöhten Fremdkapitalbedarf im Zusammenhang mit der Finanzierung des Neubauvorhabens zurückzuführen. Gemäss aktueller Prognose wird die Eigenkapitalquote nach Bezug des Neubaus wieder planmässig steigen. Das langfristige Fremdkapital erhöhte sich auf CHF 678,8 Mio. (31. Dezember 2024: CHF 510,9 Mio.). Der Anstieg ist hauptsächlich auf die Emission des Green Bonds im Mai 2025 in Höhe von CHF 150,0 Mio. zurückzuführen. Das langfristige Fremdkapital setzt sich insgesamt aus übrigen langfristigen Rückstellungen sowie Finanzverbindlichkeiten und anderen Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr zusammen. Das KSA erwirtschaftete aus der laufenden Geschäftstätigkeit einen Mittelzufluss von CHF 99,1 Mio. (Vorjahr: CHF 67,4 Mio.). Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeiten belief sich auf CHF −285,0 Mio. (Vorjahr: CHF −188,3 Mio.). Der Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeiten betrug CHF 150,0 Mio. (Vorjahr: CHF 140,0 Mio.).
Ausblick
Der mittelfristige Zielwert des KSA bleibt die EBITDA-Marge von 10 Prozent. Das Geschäftsjahr 2025 hat uns diesem Ziel erneut einen bedeutenden Schritt nähergebracht. Die eingeschlagene Richtung stimmt – wir werden diesen Kurs konsequent weiterverfolgen.
Für das Geschäftsjahr 2026 erwarten wir eine weiterhin steigende Entwicklung sowohl im stationären als auch im ambulanten Patientenaufkommen. Punktuelle Verstärkungen von Teams in sich dynamisch entwickelnden Bereichen sind geplant, um dringend notwendige Entlastung für unser Personal zu schaffen. Gleichzeitig behalten wir die finanzielle Disziplin konsequent im Blick. Eine Personalaufwandsquote von unter 60 Prozent bleibt unser klares Ziel.
Aber auch infrastrukturell stossen wir immer mehr an unsere Grenzen. Die hohen Patientenzahlen machen deutlich, wie wichtig die geplante Erneuerung unser Spitalinfrastruktur ist. Mit dem Neubau «Dreiklang» werden zusätzliche Kapazitäten geschaffen und Prozessabläufe können durch abgestimmte Raumverhältnisse weiter optimiert werden. Der Neubau «Dreiklang» ermöglicht exzellente Medizin in modernster Infrastruktur und entlastet gleichzeitig bestehende Kapazitätsengpässe. Der Bezug des Neubaus ist für Beginn 2027 geplant.
Politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen verlangen von uns sowohl Anpassungsfähigkeit als auch strategische Weitsicht. So sehr wir unsere Effizienzpotentiale auch konsequent ausschöpfen, so brauchen wir für eine langfristig tragfähige Gesundheitsversorgung verlässliche Partner – insbesondere im Bereich der Tarifentwicklung sowie bei der angemessenen Abgeltung gemeinwirtschaftlicher Leistungen. Wir schätzen die langjährige und stets konstruktive Zusammenarbeit mit unseren Partnern ausserordentlich. «Last but not least» gilt unser herzlichster Dank unseren Patientinnen und Patienten, die uns ihr Vertrauen schenken – dieses Vertrauen ist unser grösster Antrieb und zugleich unser täglicher Auftrag. Und unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit ihrem ausserordentlichen Einsatz, ihrer Fachkompetenz und ihrer Leidenschaft jeden Tag aufs Neue beweisen, warum das KSA das ist, was es ist. Ohne sie wäre all das nicht möglich. Danke.